Getragene Kinder zeigen positiveres Sozialverhalten
Wir Menschen sind soziale Wesen und darauf programmiert, Bindungen mit anderen Menschen einzugehen. Man weiß, dass Defizite in diesem Bereich zu Depressionen, Beeinträchtigungen der Gesundheit und Verhaltensstörungen führen können.
Die erste wichtige Bindung eines Menschen ist jene zu seinen Eltern. Sie prägt den Menschen das gesamte Leben lang. Gelingt es hier, eine gute und emotional tiefe Bindung zu den Eltern (oder anderen wichtigen Bezugspersonen) aufzubauen, so gibt dies dem Kind Halt für das gesamte weitere Leben.
Ziel muss es daher in den ersten Jahren sein, in eine emotional tiefe Eltern-Kind-Beziehung zu investieren. Die Früchte dieser Investition können dann ein Leben lang geerntet werden können und helfen auch einmal über schwierigere Lebensabschnitte wie etwa Pubertät besser hinweg.
Entsprechend ihrer Bindung zu ihren Eltern unterteilen Bindungsforscher Kinder in vier verschiedene Bindungstypen. Eine davon ist die der sog. sicher gebundenen Kinder. Sicher gebundene Kinder weisen folgende Merkmale auf:
- Sie zeigen adäquateres Sozialverhalten im Kindergarten und in der Schule,
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sind offener und aufgeschlossener für neue Sozialkontakte mit Erwachsenen und Gleichaltrigen,
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zeigen mehr Phantasie und positive Affekte beim freien Spiel,
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sind zu größerer und längerer Aufmerksamkeit fähig,
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besitzen ein höheres Selbstwertgefühl und
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leiden weniger unter depressiven Symptomen.
Studien zeigen auch, dass sicher gebundene Buben mit sechs Jahren weniger psychopathologische Auffälligkeiten zeigen als unsicher gebundene Kinder.
Wie entsteht eine sichere Bindung der Kinder zu ihren Eltern? Entscheidend ist hier vor allem die Fähigkeit von Eltern, rasch und adäquat auf Mitteilungen des Säuglings zu reagieren (elterliche Sensitivität bzw. Feinfühligkeit) (vgl. Ainsworth, 1977)
Das Tragen des Babys in einer Babytrage oder einem Tragetuch unterstützt Eltern, die Signale des Babys frühzeitiger wahrzunehmen und noch prompter darauf reagieren zu können. So muss beispielsweise das Kind in vielen Fällen nicht erst schreien, um auf seine Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Eine veränderte Körperposition oder Körperspannung des Kindes reicht meist aus, um erkennen zu können, dass das Kind etwas benötigt.
Eine Studie von E. Anisfeld (1990) zeigt, dass Mütter, die ihre Kinder in Babytragen oder Tragetüchern tragen, tatsächlich früher auf die Signale ihrer Kinder reagieren konnten als die Kontrollgruppe. Die Studie zeigte auch, dass nach 13 Monaten die getragenen Kinder sicherer an ihre Mütter gebunden waren als die nicht getragenen. Vor allem die Babys, die nahezu täglich in den Tragehilfen mitgenommen wurden, waren fast alle sicher gebunden.
Quellen:
Dornes, M. (1993): Der kompetente Säugling. Die präverbale Entwicklung des Menschen. Frankfurt a. M.: Fischer
Brisch, Karl Heinz (1999): Bindungsstörungen: Von der Bindungstheorie zur Therapie. Stuttgart: Klett-Cotta
NICHD-Studie (2010): The NICHD-Study of Early Child Care and Youth Development; US-Department of Child Health and Human Development, www.nichd.nih.gov, aufgerufen am 20.11.2010
Anisfeld, Elizabeth; Casper, Virginia, Nozyce Molly und Cunningham, Nicholas (1990): "Does Infant Carrying Promote Attachment? An Experimental Studie of the Effect of Increased Physical Contact an the Development of Attachment" In: Child Development, Volume 61, Issue 5, Seiten 1617 - 1627, October 1990














