Babytragen reduziert die Gefahr des plötzlichen Kindstod (SIDS)

Der Plötzliche Kindstod (auch: SIDS, Sudden Infant Death Syndrom) ist das unerwartete Versterben eines Säuglings, das zumeist beim Schlafen eintritt. In den Industrienationen gilt er als häufigste Todesursache von Kleinkindern jenseits der Neugeborenenperiode (Wikipedia, 2010). Die eigentliche Ursache ist zur Zeit noch unbekannt und es gibt  über zweihundert Theorien hierzu (Ibid.).

Dr. Sears, ein bekannten US-amerikanischen Kinderarzt, argumentiert, dass SIDS eine Störung der Atmungskontrolle sei, die auf neurologische Unreife zurückzuführen ist. Er argumentiert weiters, dass das das Tragen die Entwicklung des neurologischen Systems des Kindes fördere und so zur Senkung des SIDS-Risikos beitrage. Weiters habe das Tragen über das Gleichgewichtsorgan im Innenohr einen regulierenden Einfluss auf das Baby, was das einfachste Mittel sei, um die Atmung und das Wachstum des Babys zu fördern.

Ein möglicher Zusammenhang könne auch mit Neurotransmittern im Gehirn bestehen. So weiß man, dass durch Körperkontakt vermehrt Endorphine ausgeschüttet werden und der Serotonin-Spiegel im Blut erhöht wird (vgl.. Heller, 1997). Serotonin, das "Wohlfühl-Hormon", beeinflusst unseren Appetit, unser Essverhalten und ganz wesentlich unsere Stimmung. Ein ausreichend hoher Serotonin-Spiegel in den Synapsen überträgt gleichsam die Botschaft, dass wir gelassen, innerlich ausgeglichen, ruhig und zufrieden sind. Dabei dämpft es eine ganze Reihe unterschiedlicher Gefühlszustände wie Angstgefühle, Aggressivität, Kummer und Sorgen, Niedergeschlagenheit und Depressionen.

Ein Mangel an Serotonin ruft Furcht und Angst hervor und fördert das Entstehen von Depressionen. Bei erwachsenen Männern lässt sich bei einem Mangel dieses wichtigen Botenstoffs eine Tendenz zu aggressivem Verhalten und bei erwachsenen Frauen eine Neigung zur Selbstverletzung beobachten.

Anfang 2010 erkannte die Wissenschaft, dass ein Mangel an Serotonin auch eine Ursache für den gefürchteten plötzlichen Kindstod (SIDS) bei Babys sein kann.  Der Botenstoff Serotonin spielt nämlich auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Atmung, des Herzschlags und des Schlafs. Ein Serotonin-Mangel führt lt. Deutsche Ärzteblatt und Bild der Wissenschaft bei drohendem Ersticken die Weiterleitung von Alarmsignalen.

Quellen:

Dr. Sears, SIDS, http://www.askdrsears.com/html/10/t102100.asp#T102104, aufgerufen am 14.11.2010

Wikipedia, Plötzlicher Kindstod, abgerufen am 17. Dezember 2010

Heller, Sharon PhD (1997): The Vital Touch - How Intimate Contact with Your Baby Leads to Happier, Healthier Development, New York, Henry Holt and Company

Roth, Gerhard (2008): Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten, Vierte Auflage, Stuttgart: Klett-Cotta

Hannah Kinney (Harvard Medical School, Boston) et al.: JAMA, Bd. 303, Nr. 5, S. 430;

Deutsches Ärzteblatt: aerzteblatt.de und Bild der Wissenschaft: wissenschaft.de, beide vom 3. Februar 2010

Bild: spreadshirt.de



Zuruecksmall-button-out