Tragen fördert die körperliche Entwicklung
Der Körper des Kindes entwickelt sich umso schneller, je mehr seine Sinne stimuliert werden: Fühlen, tasten, riechen, hören, schmecken und sehen. Durch verschiedene Reize trägt das Babytragen aktiv zur allgemeinen Entwicklung des Körpers bei:
Bewegungsreize: Die durch das Babytragen erzeugten Bewegungsreize haben unter anderem den Vorteil, dass sie ähnlich dem Wiegen, das Kind beruhigen. Weiters fördern die Bewegungsreize die Entwicklung der Körperwahrnehmung, des Gleichgewichtssinns und der Fähigkeit die Lage im Raum wahrzunehmen.
Durch das sanfte Schaukeln wird darüber hinaus das Verdauungssystem unterstützt, indem der Darm in eine leichte Pendelbewegung versetzt wird und somit seinen Tonus hebt.
Berührungsreize: Der Körper des Babys berührt direkt den Körper des tragenden Elternteils. Es nimmt die Atmung und den Herzschlag des Tragenden wahr, was lt. Dr. Sears mit ein Grund dafür sein kann, dass Tragen dazu beitragen kann, dass Risiko eines plötzlichen Kindstods (SIDS-Risiko) zu reduzieren.
Visuelle Reize und Blickkontakt: Das Baby kann in der Bauchtrageweise Blickkontakt mit dem/der Tragenden aufnehmen. Bei ganz kleinen Babys ist dies oft die einzige Möglichkeit, das tragende Elternteil überhaupt zu sehen, da Babys in den ersten Wochen nur ca 22,5 cm weit sehen können.
Während des Tragens werden dem Säugling somit an seinem Entwicklungsstand angepasste, adäquate Sinnesreize vermittelt. Gleichzeitig werden seine biologischen Grundbedürfnisse befriedigt - und er sammelt vielfältige Erfahrungen, die, allein angewiesen auf seine eigenen motorischen Fähigkeiten, außerhalb seiner Möglichkeiten liegen würden.
Die vielseitigen taktilen Anregungen, die das Tragen beim Kind erzeugt, fördert das Körpergefühl des Kindes. Weiters wird die Motorik maßgeblich beeinflusst. Beim Babytragen schmiegt sich der Körper des Kindes nah am Körper des tragenden Elternteils an und macht so alle Bewegungen mit. Dies fördert die Entwicklung der Motorik und des Gleichgewichtssinns und trägt so unter anderem auch positiv zum Krabbeln- und Laufenlernen bei.
Durch die Bewegung des Tragenden werden aber nicht nur die Bewegungs- und Gleichgewichtsorgane angerecht, auch die Durchblutung wird angeregt. Das Kind ist beim Tragen laufend in Bewegung. Es „arbeitet" mit. Dadurch wird die Durchblutung angeregt, was wiederum günstig für die Entwicklung der Muskeln, der Gelenke, der Knorpeln und des gesamten Stütz- und Bewegungsapparates ist. Auch der Stoffwechsel und die Verdauung werden positiv beeinflusst. Das Tragen ist daher besonders vorteilhaft bei Kindern mit Koliken.
Quellen:
Kirkilionis, E in: Manns, A und Schrader, A. C. (1995): Ins Leben tragen. Beiträge zur Ethnomedizin, Hrsg.; C.E. Gottschalk-Batschkus & Judith Schuler, Verlag für Wissenschaft und Bildung
Dr. Sears, SIDS, http://www.askdrsears.com/html/10/t102100.asp#T102104, aufgerufen am 14.11.2010
Bourvier, Presence: Das Tragen und die motorische Entwicklung des Kindes". www.ergobaby.eu, aufgerufen am 17. Oktober 2010














